Die Schwalbe

Die Schwalbe ist nicht das Fachblatt für ein Spezialgebiet in der Ornithologie sondern der Name der bekanntesten deutschen Problemschachzeitschrift.
Am 10. Februar 1924 begann es: An diesem Tag  trafen sich in Essen

  Gruppenfoto


fünfzehn Freunde des Problemschachs aus dem Ruhrgebiet, fast alle selbst Verfasser von Schachaufgaben, auf Einladung von Anton Trilling und beschlossen, eine "Vereinigung von Problemfreunden" zu gründen, die nach dem Vorschlag eines Teilnehmers aus Bottrop (Johannes Hinsken) den Namen "Schwalbe" erhalten sollte. 


Eine Schwalbe Festschrift 1911 des A.S.C.M.

Das geschah in ehrendem Gedenken an die bedeutenden Problemkomponisten Johannes Kohtz und Carl Kockelkorn, die 1911 einen inzwischen weltberühmt gewordenen Vierzüger unter dem umrätselten Titel "Eine Schwalbe" veröffentlicht hatten. Die Problemfreunde trafen sich monatlich, wählten Anton Trilling zu ihrem Vorsitzenden und kamen bereits im Juli 1924 zu dem Beschluss eine eigene, nur dem Problemschach gewidmete Zeitschrift herauszugeben. Kurz darauf erschien das erste Heft unter dem Titel "Die Schwalbe".( Dies und noch vieles mehr ist nachzulesen in dem Buch " Der Flug der Schwalbe" Geschichte einer Problemschachvereinigung von Wolfgang Dittmann )

Umschlagbild aus den fünfziger Jahren

Johannes Kohtz
Carl Kockelkorn
A.S.C.M. Festschrift zum XXV. Stiftungsfest 1911








#4

 

1. Dh7? 2. Db1# ( = Hauptplan ) scheitert hier zweifach, an 1.... Te4! und an 1. ... Le4!. Dagegen helfen zwei Vorpläne 1. Df7 ( droht 2. Sd3+ Kd1 3. Db3# ) Ld5 2. Da7 Ta4, wonach die Probespielverteidigungen gegen 3. Dh7! nichts mehr wert sind, weil sie zu wechselseitiger Verstellung zwischen Turm und Läufer führen, 3... Te4 4. Dh1# bzw. 3. ... Le4 4. Dh4# Da der Dame die Felder h7, a7 und f7 von Beginn an zugänglich sind, erfordert die Bestimmung der Vorplanreihenfolge ebenfalls eine gewisse Bedachtsamkeit, die in der Zugfolge 1. Da7? Ta4 2. Df7 Tc4! bzw. 1. Df7 Tc4? 2. Dg6 ihren Niederschlag findet.


Mit dieser Aufgabe gelang nach mehrmaligen erfolglosem Anlauf erstmals die Bewältigung eines ebenso schwierigen wie wirkungsvollen Vorwurfs: die opferlos erzwungenen kritischen Lenkungen zweier schwarzer Langschrittler über den gemeinsamen Schnittpunkt in logisch und zweckökonomisch einwandfreier Weise. Hinzu kommt der äußere Effekt, dass die weiße Dame ganz allein sowohl die Vorplanlenkungen als auch den Hauptplan und die Mattnutzung bewerkstelligt. Diese Darstellungsform heißt nach dem Motto, das Kohtz und Kockelkorn ihrem Problem nach einer längeren Schaffenspause gaben "Schwalbenform", der ganze Vorwurf  "Schwalbenthema". (Lösungsbesprechung aus Problemschach von Herbert Grasemann )

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